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Kratom-Kompass

Ratgeber

Kratom-Sorten erklärt: Red, Green, White, Yellow – was steckt dahinter?

Kein Thema wird in Kratom-Foren so leidenschaftlich diskutiert wie die Sorten. Die Forschung ist nüchterner.

Stand: · 6 Min. Lesezeit

Zwei Kratomblätter mit roten und grün-weißen Blattadern

Woher die Farben kommen

Die Blätter des Kratombaums haben Adern, die entweder rötlich oder grünlich-weiß sind. Händler sortieren danach und nennen die Ware „Red Vein“, „Green Vein“ oder „White Vein“. Später kamen weitere Bezeichnungen hinzu: „Yellow“ und „Gold“ stehen meist für Mischungen oder besondere Trocknungsverfahren – genaue, überprüfbare Definitionen gibt es dafür nicht.

Hinzu kommen Herkunftsnamen wie Bali, Borneo, Sumatra oder Thai sowie Fantasienamen wie „Maeng Da“ oder „Red Dragon“. Keiner dieser Begriffe ist geschützt. Was sich in einer Packung verbirgt, hängt allein vom Händler und seinem Lieferanten ab.

Was die Forschung sagt

Eine Studie aus dem Jahr 2023 (Huisman et al.) befragte 644 Kratom-Nutzer. Die Befragten beschrieben für Red, Green und White unterschiedliche Effekte – ziemlich genau so, wie es in den Produktbeschreibungen steht. Die Laboranalysen derselben Produkte fanden aber keine nennenswerten Unterschiede im Alkaloidgehalt. Die Autoren vermuten, dass die wahrgenommenen Unterschiede eher durch Marketing und Erwartungen entstehen.

Eine thailändische Untersuchung mit 611 Proben zeigte zudem: Der Mitragynin-Gehalt hängt stark von der Erntezeit ab und von der Region, nicht von der Aderfarbe.

Die üblichen Händlerbeschreibungen

Zur Orientierung, ohne Gewähr – das sind Zuschreibungen aus Handel und Erfahrungsberichten, keine wissenschaftlichen Befunde:

Bezeichnung Typische Händlerbeschreibung Wissenschaftlich belegt?
Red „beruhigend“, „entspannend“ nein
Green „ausgewogen“ nein
White „anregend“ nein
Yellow / Gold Mischung oder besondere Trocknung nein

Woran Sie Sorten wirklich vergleichen können

  1. Am Laborzertifikat. Der Mitragynin-Gehalt der konkreten Charge sagt mehr als jeder Name. Siehe Mitragynin-Gehalt.
  2. An der Herkunftsangabe. Seriöse Händler nennen Region und, wenn möglich, Erntezeit.
  3. An der Frische. Farbe und Geruch des Pulvers verändern sich bei langer oder warmer Lagerung. Siehe Kratom-Pulver lagern.

Übrigens: Tschechien, das Kratom seit 2025 reguliert, teilt Kratom in seiner Verordnung nach der vorherrschenden Farbe des Pulvers ein (grün, weiß, gelb, rot, braun, gold) – als reine Beschreibung des Aussehens, nicht der Wirkung.

Häufige Fragen

Kratom rot: Wirkung laut Händlern und Forschung

Händler beschreiben rotes Kratom meist als „beruhigend“ oder „entspannend“. Wissenschaftlich belegt ist das nicht: In der Studie von Huisman et al. (2023) fanden Laboranalysen keine nennenswerten Unterschiede im Alkaloidgehalt zwischen Red, Green und White.

Kratom grün kaufen: Wirkung und grünes Pulver

Grünes Kratom wird im Handel als „ausgewogen“ beschrieben – auch das ist eine Händlerzuschreibung, kein Studienergebnis. Beim Kauf von grünem Pulver zählt mehr als die Farbe: Mitragynin-Gehalt laut Laborzertifikat, Herkunft und Frische. Unsere Empfehlungen: Wo kaufen?

Kratom Gold: Wirkung?

„Gold“ (wie „Yellow“) ist keine eigene Pflanzensorte, sondern eine Händlerbezeichnung für Mischungen oder besondere Trocknungsverfahren. Eine überprüfbare Definition oder Studien zur Wirkung gibt es nicht.

Kratom-Pulver rot, grün, gold: Haben die Farben eine eigene Wirkung?

Nach heutigem Forschungsstand nicht nachweisbar. Den Mitragynin-Gehalt beeinflussten in einer thailändischen Studie vor allem Erntezeit und Region, nicht die Farbe der Blattadern. Tschechien beschreibt die Farben in seiner Verordnung nur als Aussehen des Pulvers, nicht als Wirkung.

Quellen

  1. Huisman et al., IJERPH 2023 (2023)
  2. Sengnon et al., Plants 2023 (2023)
  3. EUDA – Kratom drug profile
  4. Tschechien – Verordnung 448/2025 Sb., Anlage 2 (2025)