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Kratom-Kompass

Ratgeber

Kratom-Tee: Tradition, Studien und warum er in Europa nicht als Tee verkauft werden darf

In Thailand und Malaysia wird Kratom seit Generationen als Aufguss getrunken. In Europa ist „Kratom-Tee“ rechtlich ein Problem.

Stand: · 4 Min. Lesezeit

Getrocknete Kratomblätter und ein Tontopf auf einem rustikalen Tisch

Die Tradition

In Südostasien werden frische oder getrocknete Kratomblätter seit langem gekaut oder in Wasser aufgekocht. Die EU-Drogenagentur und das BfR beschreiben diese Verwendung vor allem bei Feld- und Plantagenarbeitern, die damit Müdigkeit bei langer körperlicher Arbeit bekämpften. In Malaysia und Südthailand ist daraus auch ein gesüßtes, gekühltes Getränk geworden.

Was eine Studie mit Kratom-Tee zeigte

Kratom-Tee ist auch Gegenstand der Forschung. In einer kontrollierten Studie (Tanna et al., 2023) tranken zwölf gesunde Freiwillige einen Tee aus 2 Gramm Kratom. Schon diese kleine Menge erhöhte die Blutspiegel eines über das Leberenzym CYP3A4 abgebauten Medikaments um knapp 40 Prozent. Für alle, die Medikamente einnehmen, ist das eine wichtige Information. Mehr dazu unter Wechselwirkungen.

Warum es keinen „Kratom-Tee“ im Handel geben darf

  • EU: Kratom ist ein nicht zugelassenes neuartiges Lebensmittel. Was als Tee, Getränk oder Nahrungsergänzung verkauft wird, ist ein Lebensmittel – und damit nicht verkehrsfähig.
  • Österreich: Seit 1. September 2026 verbietet das LMSVG ausdrücklich Lebensmittel mit psychoaktiven Stoffen ohne traditionelle Verwendung in Österreich; das Gesundheitsministerium nennt Kratom dabei ausdrücklich. Der Lebensmittelcodex führt Kratom zudem als Pflanze, die für Tee nicht verwendet wird.
  • Deutschland: Nach Einschätzung des BfR wäre Kratom als Lebensmittel ein nicht zugelassenes Novel Food.

Seriöse Händler verkaufen Kratom deshalb nicht als Tee und machen keine Verzehrempfehlungen. Hintergründe: Rechtslage in Deutschland und Österreich.

Wichtig, wenn Kratom getrunken wird

Wer Kratom dennoch verwendet, sollte die bekannten Risiken kennen – vor allem Abhängigkeit und gefährliche Kombinationen mit Alkohol, Beruhigungsmitteln und Opioiden. Siehe Nebenwirkungen und Risiken.

Häufige Fragen

Kratom-Tee: Zubereitung?

Eine Zubereitungsanleitung geben wir nicht. Traditionell wurden die Blätter in Südostasien in Wasser aufgekocht. In Europa darf Kratom nicht als Tee verkauft werden, und schon ein Tee aus kleinen Mengen veränderte in einer Studie den Abbau von Medikamenten.

Kratom-Tee kaufen?

Ein Produkt, das ausdrücklich als „Kratom-Tee“ verkauft wird, ist in der EU nicht verkehrsfähig; in Österreich ist der Verkauf als Lebensmittel seit 1. 9. 2026 ausdrücklich verboten. Seriöse Shops bieten Kratom deshalb nicht als Tee an. Worauf Sie beim Kauf achten sollten: Checkliste.

Quellen

  1. EUDA – Kratom drug profile
  2. BfR – Mitteilung 032/2025 (2025)
  3. Tanna et al., Clinical Pharmacology & Therapeutics 2023 (2023)
  4. Österreichisches Lebensmittelbuch, Kapitel B 31 (2026)