Ratgeber
Kratom-Konsumformen: Wie konsumiert man Kratom? Ein Überblick ohne Anleitung
„Wie nimmt man das?“ ist eine der häufigsten Fragen zu Kratom. Wir beschreiben, welche Konsumformen es gibt und was über sie bekannt ist. Eine Gebrauchsanleitung geben wir bewusst nicht.
Dieser Artikel beschreibt Konsumformen so, wie Behörden und Fachliteratur sie dokumentieren. Er ist bewusst keine Gebrauchsanleitung: Sie finden hier keine Mengen, keine Zubereitungsschritte und keine Tipps. Warum, steht im letzten Abschnitt.
Wie konsumiert man Kratom traditionell?
In Südostasien werden frische oder getrocknete Blätter seit Langem gekaut oder in Wasser aufgekocht. Die EU-Drogenagentur EUDA und das BfR beschreiben diese Verwendung vor allem bei Feld- und Plantagenarbeitern, die damit Müdigkeit bei langer körperlicher Arbeit begegneten. Die Wirkung hängt dabei laut EUDA stark von der Menge ab: Niedrige Mengen wirken eher anregend, hohe (10–25 g getrocknete Blätter) dämpfend und opioidartig.
Mehr zur Tradition als Aufguss: Kratom-Tee.
Kratom-Konsum heute: die Konsumformen im Überblick
Die Weltgesundheitsorganisation beschreibt den Konsum 2021 als fast ausschließlich oral. Sie nennt:
| Konsumform | Was das ist | Besonderheit |
|---|---|---|
| Blätter kauen | frische oder getrocknete Blätter | traditionelle Form in Südostasien |
| Pulver | gemahlene Blätter | häufigste Form im europäischen Onlinehandel (BfR) |
| Aufguss, Abkochung | Blätter oder Pulver in Wasser | traditionell; in der EU nicht als Tee verkehrsfähig |
| Kapseln, Tabletten | Pulver in abgemessener Form | Gehalt wie Pulver, außer bei Extrakt |
| in Getränken gelöst | Pulver oder Extrakt | als Getränk rechtlich ein Lebensmittel |
| Extrakte, Harze | eingedickte Auszüge | ein Vielfaches stärker als Pulver |
Wichtig für alle Formen: Der Mitragynin-Gehalt schwankt schon im Blatt stark, in einer thailändischen Studie zwischen 0,35 und 3,46 Prozent je nach Erntezeit. Bei Extrakten liegt er noch einmal um ein Vielfaches höher. Vergleich der Formen: Extrakt, Tabletten, Kapseln.
Neue Formen: Gummis, Shots, Liquids
Das BfR berichtet, dass online neben Pulver auch flüssige Extrakte, Liquids für Vapes und Fruchtgummis angeboten werden. Die FDA beschreibt genau diese Formen – Tabletten, Shots, Gummibonbons, Vapes – als typisch für konzentrierte Produkte mit angereichertem 7-Hydroxymitragynin. Wer eine dieser Formen vor sich hat, sollte zuerst klären, ob es ein Blattprodukt oder ein Konzentrat ist: Streifen, Shots, Gummis.
Vapes und Rauchen
Zum Rauchen oder Verdampfen von Kratom haben wir keine belastbaren Studien zu Wirkung oder Sicherheit gefunden. Vapes erscheinen in der FDA-Bewertung vor allem bei konzentrierten 7-OH-Produkten – also gerade bei der riskantesten Produktgruppe. Was beim Inhalieren von Kratom-Bestandteilen in der Lunge passiert, ist nicht untersucht.
Kratom nasal?
Auch zur Aufnahme über die Nase gibt es nach unserer Recherche keine Studien. Damit fehlen Daten dazu, wie schnell und wie stark Wirkstoffe auf diesem Weg aufgenommen werden und welche Schäden an der Nasenschleimhaut entstehen können. Unbekanntes Risiko heißt nicht geringes Risiko.
Warum wir keine Anleitung zur Einnahme und Anwendung geben
- Keine Zulassung. Kratom ist in Deutschland weder Arzneimittel noch Lebensmittel. Das BfArM betont, dass Wirksamkeit und Sicherheit nicht ausreichend geprüft sind. Es gibt deshalb keine amtliche Einnahmeempfehlung, an der wir uns orientieren könnten.
- Schwankender Gehalt. Dieselbe Grammzahl kann je nach Charge sehr unterschiedlich viel Mitragynin enthalten. Siehe Mitragynin-Gehalt.
- Wechselwirkungen. Schon kleine Mengen veränderten in einer Studie den Abbau eines Medikaments. Siehe Wechselwirkungen.
- Abhängigkeit. Regelmäßiger Gebrauch kann abhängig machen. Siehe Kratom-Sucht.
Wer Kratom dennoch verwendet, sollte die Risiken kennen: Nebenwirkungen und Risiken. Im Notfall: 112.
Häufige Fragen
Wie wird Kratom konsumiert?
Laut WHO fast ausschließlich oral: Blätter werden gekaut, Pulver wird geschluckt oder als Aufguss getrunken, in Kapseln oder in Getränken aufgenommen; dazu kommen Extrakte und Harze. Eine Anleitung oder Mengenangabe geben wir nicht.
Kratom nasal – geht das?
Studien zur Aufnahme von Kratom über die Nase haben wir nicht gefunden. Damit ist weder bekannt, wie stark noch wie riskant das ist. Die WHO beschreibt den Konsum als fast ausschließlich oral.
Gibt es eine empfohlene Einnahme oder Anwendung von Kratom?
Nein. Kratom ist in Deutschland weder als Arzneimittel noch als Lebensmittel zugelassen; es gibt deshalb keine amtliche Einnahme- oder Verzehrempfehlung. Seriöse Händler geben auch keine.
Kann man Kratom rauchen?
Belastbare Studien zum Rauchen von Kratom haben wir nicht gefunden. Auch Vapes sind wenig untersucht; die FDA nennt sie vor allem im Zusammenhang mit konzentrierten 7-OH-Produkten. Mehr: Kratom-Pulver.